Wir aus dem Osten gehen immer nach vorn - Schulter an Schulter mit...
...Eisern Union. Huch, was schreib' ich denn da? Nein. Nein! NEIN! Natürlich nicht. Aber man könnte es fast glauben, schließlich widme ich heute meinen fünfzigsten Post den Eisernen von der Wuhle. Ich wollte ja drum herum kommen, aber nun ist mein Besuch schon wieder über vier Tage her - und eh ich etwas Neues schreibe, da muss ich wohl das Alte erstmal abarbeiten.
Fünfzig Beiträge, find' ich ja nicht schlecht für gut fünf Monate Bloggen, auch wenn ich gerade in letzter Zeit gern mehr geschrieben hätte. Trotzdem freue ich mich über 171 unterschiedliche Besucher in den vergangenen dreißig Tagen, 373 waren es seit dem Start des Blogs. Natürlich muss man die Zahlen auch ein wenig relativieren, denn eigentlich werden ja damit nur PCs als unterschiedlich aufgefasst, die natürlich allein schon aufgrund einer veränderten Konfiguration oder eines veränderten Standorts zu neuen Besuchern werden können. Und das sind auch keine großen Zahlen, aber ich freu' mich natürlich schon darüber, wenn hier gelesen wird, was ich meiner QWERTZ-Tastatur - oder manchmal auch dem Handy - so zumute.
Also an dieser Stelle vielen Dank meinen treuen Lesern - stoßt mit mir auf die nächsten Fünfzig an! Ich tu' das mit einem Hohenfelder Pilsener, mein 375. zu bewertendes Bier übrigens.
Aber nun zurück zu den Eisernen. Am Sonntagnachmittag bei bestem Fußballwetter verschlug es mich zum zweiten Mal binnen einer Woche nach Köpenick. Das erste Mal, das war der Dienstag letzter Woche, ein müder Sommerkick meiner Nulldreier beim Köpenicker SC. Und am Sonntag dann meine Premiere im umgebauten Stadion "An der alten Försterei", im Folgenden "neue Försterei" genannt. Mein letzter Besuch dort ist schon gut zwei Jahre her. Beim einzig wahren Berlin-Brandenburg-Derby sprang damals, als beide Mannschaften noch drittklassig waren, ein 1:1-Unentschieden heraus. Heute trennen den Zweitligaaufsteiger Union Berlin und Nulldrei gleich zwei Spielklassen Differenz.
Ich war gespannt auf dieses Stadion, schließlich wurde es für siebeneinhalb Millionen in der vergangenen Saison saniert, fasst nun gut 19.000 Zuschauer und ist komplett überdacht. Möglich wurde diese kostengünstige Sanierung nur durch ein nie da gewesenes Engagement von über 2.000 Eisernen, die in 140.000 Arbeitsstunden aus der alten eine neue Försterei machten. Wenn man da an den eigenen bevorstehenden Stadionumbau denkt, für den 8 Millionen vorgesehen sind, dann kommt da schon ein gewisser Neid auf das Erreichte daher.
Das neue Försterei hat ihren ganz eigenen Charakter nicht eingebüßt, immer noch führen die selben Wege an der Wuhle vorbei zum Gästeeingang, wo am Sonntag mit sieben bzw. die ermäßigten Stehplätzler mit sechs Euro zur Kasse gebeten wurden. Für einen Zweitligisten passt das schon. Auch das Bier zu 2,90 Euro pro halbem Liter - auch wenn es Berliner Pilsener ist - völlig in Ordnung und damit sogar günstiger als im heimischen Karli. Als Pausenverpflegung wählte ich eine Bratwurst, über die wir aufgrund ihrer suboptimalen Farbgebung mal lieber einen Mantel des Schweigens hüllen. Da ist leider der gute alte Holzkohlegrill der elektrisierten Variante gewichen, mit der man offenbar noch nicht so recht umzugehen wusste. Aber auch hier mit 2 Euro ein bei entsprechender Qualität angemessener Preis.
Erklimmt man die Stufen hinauf zur Gästetribüne, erwartet einen ein reines Fußballstadion, wie es das schon immer war. Die Haupttribüne wirkt inzwischen zwar etwas verloren, da sie als Einzige beim Umbau wohl keine oder wenig Berücksichtigung fand und so optisch von den drei Stehplatztribünen doch arg erschlagen wirkt. Die Akustik ist wegen der Überdachung natürlich um ein Vielfaches verbessert worden, wenngleich die Ausprägung des Schalls im Stadion wohl noch etwas gewöhnungsbedürftig anmutet. Konkret: man bleibt akustisch unter sich, auch werden die Eisernen auditiv nicht mehr als Einheit, sondern nun deutlich geteilter wahrgenommen.
Zum Spiel: Es gab ein Wiedersehen mit Carsten Busch im Tor der Unioner, Karim Benyamina und Shergo Biran durften zumindest zeitweise im Sturm der Köpenicker ran. In der ersten Hälfte entwickelte sich ein recht ausgeglichenes Spiel, wohl aber mit einem Chancenpus für den Zweitligisten. In Halbzeit zwei konnten die Blau-Weißen immer weniger für Entlastung sorgen und das Spiel gestaltete sich somit etwas einseitiger. Dennoch war es abermals vor allem Marian Unger zu verdanken, dass die Null stand und am Ende man sich somit friedlich und torlos trennen konnte. Auch andere Spieler machten eine gute Partie, aus meiner Sicht vor allem Denis Weidlich mit einem ordentlichen Spiel, sodass ich die Mannschaft alles in allem als gut aufgestellt für den Kampf um den Aufstieg betrachte.
Auf dem Rückweg aus der Försterei gab es selbstverständlich die obligatorische Polizeieskorte, wobei das diesmal alles im Rahmen des Ertragbaren ablief, auch dank eines gut aufgelegten Einsatzleiters. Trotzdem muss man natürlich fragen, ob denn wirklich fünfzehn Mannschaftswagen und ungefähr ein Grüner auf zwei Blaue bei einem Testspiel eingesetzt müssen, um die zu diesem Zeitpunkt noch gut 150 Menschen vom Stadion in die Heimat zu begleiten.
Aber nun gut, am heutigen Freitag steht im Karl-Liebknecht-Stadion die Saisoneröffnung ab 18 Uhr an, wo es neben Freibier und einer Mannschaftsvorstellung auch ein Testspiel gegen Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus zu bestaunen gibt. Am Sonntag dann der letzte Test beim Zweitligsten aus Ahlen, um dann hoffentlich bestens gerüstet ins DFB-Pokalspiel am kommenden Freitag zu gehen. Unter Flutlicht empfängt der SV Babelsberg 03 um 20:30 Uhr dann den ewigen Zweiten und amtierenden DFB-Vize-Pokalsieger, die Werkself von Bayer aus Leverkusen, das Ganze selbstverständlich auch live in voller Länge und in der Konferenz auf sky. Und eine Woche später gibt es dann ebenfalls am Freitagabend den Regionalliga-Auftakt gegen die Zweitvertretung der Hertha. Ich freu' mich drauf - endlich Schluss mit Sommerpause!
Und niemals vergessen: Drei zu Zwei!
Freitag, Juli 24, 2009 | Tags: Ahlen, Alte Försterei, Benyamina, Biran, Busch, Cottbus, Hohenfelder, Karl-Liebknecht-Stadion, Leverkusen, Nulldrei, sky, Unger, Union | 1 Comments
Wahllose Gedanken meets Hamburg, eine Perle feat. Premiumfernsehen
Ach ja, es ist mal wieder Zeit für wahllose Gedanken - einfach weil ich schlichtweg keine Zeit habe über irgendwas ausführlicher zu schreiben. Ich hab sie jetzt eigentlich auch nicht, aber mag grad auch einfach nichts Sinnvolles tun. Ausnahmsweise. Und deswegen nutz ich jetzt einfach mal meinen Twitter-Account als Notizzettel der letzten Tage, um nichts zu vergessen. Es folgt eine Abarbeitung der Geschehnisse (oh, heftiges Wort) seit Freitag.
Der fing schon super an: eine Mitfahrgelegenheit sollte mich mal wieder nach Berlin bringen, woraus aber nichts wurde. Fast am Hamburger Hauptbahnhof angekommen, schellte das Telefon. Unfall. Auto kaputt. Vom Lastwagen überrollt. Naja, fast - also angefahren. Schnell Freund und Helfer Bahn nach einem Ticket gefragt, gab es auch - für sagenhaft günstige 61,20 Euro. Waren schon die vergünstigten Konditionen. Und einen Sitzplatz auf dem Boden des ICE gab's gratis oben drauf. Oh, ich hätte fast die dreiunddreißig Minuten Verspätung vergessen zu erwähnen, die der Zug schon in Hamburg hatte. Über die weiteren Umstände, die so eine Fahrt mit sich bringt, hatte ich ja schon einmal berichtet.
Der restliche Tag wurde dann glücklicherweise besser, also deutlich besser. Ich hatte geladen zum Trällern unter Einfluss von Röstaromen. Tolles Wortspiel, ich klopf mir noch heute dafür auf die Schulter. Nach gemeinschaftlichem Frühjahrputz und ausgiebiger Shoppingtour gab's Fleisch und Wurscht, frisch von den glühenden Holzkohle gebräunt. Nachdem die Ins und Outs der Schürzen dieser Welt ausgemacht waren, ging's an die Beschaffung des gesangstechnisch notwendigen Equipments mit anschließendem, witterungsbedingten Fahrservice. Matze und Rudi gaben sich mit'm Bierchen in der Kralle an diesem Abend zum verdammten dritten Mal die Ehre: Friedrichshain in Extase, gut, dass die Ringbahn in den Schienen blieb. Wer jetzt noch mehr sehen und auch hören will, der suche selbst im Facebook danach - ich verlink' die Fotos und dieses unsägliche Video jedenfalls nicht.
Samstag begann mit einer sportlichen Tageshälfte: ich konnte mich kaum entscheiden, ob ich dem Qualifying in Barcelona oder dem Aufstieg der Unioner visuell oder der Niederlage meiner Nulldreier in Halle auditiv folgen sollte. Aufstieg adé, also nicht rechnerisch, aber endgültig. Es folgte die Bundesliga-Konferenz, an dieser Stelle vielen Dank nach Stuttgart. Eine Träne für das Exil konnte ich ja erst am Sonntag verdrücken. Danach schnell in die o2 World zu ALBA, ging gegen Oldenburg - das Ergebnis müsste ich jetzt googlen, die Hauptstadt hat jedenfalls gewonnen. Die Nacht schloss mit dem Morgen und der Vernichtung der bereits verstorbenen Fleischreste des Vortags.
Und hier kommt das Premiumfernsehen ins Spiel: Schwiegertochter gesucht! Die bewegende Geschichte von Hartmut und Nicole begleitete uns durch den Abend, einfach nur schön. Wer daran auch noch einmal zurückdenken möchte, hier die komplette Playlist auf YouTube.
Mein Sonntag gestaltete sich relativ entspannt, irgendwo zwischen der Sonne über den Dächern und nicht bearbeiteten, aber immerhin erstellten ToDo-Listen. Davon gab's Montag nach meiner Rückkehr nach Hamburg noch mehr, also von den Aufgaben und ihren Sammlungen. Arbeiten sich auch nicht wirklich ab, dafür geht das Arbeiten jetzt schon meist bis zwanzig Uhr. Nachfolgende Anrufe nicht ausgeschlossen. Und so seh ich grad gar nicht viel von der schönen Stadt und dem schönen Wetter, aber dafür sind's auch nur noch zwei Tage bis zum Wochenende. Puuuuuh.
Während ich das geschrieben hab, kam auch mein Abendessen an - musste heute mal sein. Und die Liga bleibt spannend, durfte ich gerade auf dem Handy bewundern. Ich mach jetzt doch noch ein bisschen was Produktives und dann geht's ab in die Nacht, heute mal zu verbringen zwischen Decke und Kissen.
Dienstag, Mai 12, 2009 | Tags: ALBA, Bahn, Berlin, EWE Baskets Oldenburg, Facebook, Formel 1, Hamburg, Matze und Rudi, Nulldrei, o2 World, Schwiegertochter gesucht, Stuttgart, Twitter, Union, YouTube | 0 Comments
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