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Prominente Liste

Ja, das S-Bahn-Chaos schien sich gerade zu beruhigen in und um Berlin. Aber nein, nun sind die Räder immer noch nicht wieder heil, dafür aber auch die Bremszylinder austauschwürdig. Heißt, ab dem heutigen [sic!] Dienstag gibt's erstmal wieder nur Kurzzüge und 20-Minuten-Takt auf einigen Teilen des Netzes - der Rest wird halt gar nicht befahren. Nein, das heißt, so soll das ab Mittwoch aussehen. Was heute passiert, das weiß man nicht so genau. Es gibt einfach keinen Fahrplan.

Aber warum schreibe ich das alles? Weiß doch schon jeder, oder? Ich habe auf den Webseiten der S-Bahn Berlin GmbH eine nette Liste mit den vorerst wieder geschlossenen S-Bahnhöfen gefunden. Sehr prominent besetzt. Hervorhebungen stammen selbstverständlich von mir.

  • Bellevue
  • Charlottenburg
  • Friedrichstraße (oben)
  • Gehrenseestraße
  • Grunewald
  • Hackescher Markt
  • Hauptbahnhof
  • Heerstraße
  • Hegermühle
  • Hohenschönhausen
  • Messe Süd
  • Oberspree
  • Olympiastadion
  • Pichelsberg
  • Savignyplatz
  • Spandau
  • Spindlersfeld
  • Strausberg Nord
  • Strausberg Stadt
  • Stresow
  • Tiergarten
  • Wartenberg
  • Westkreuz (unten)
  • Zoologischer Garten
Naja, was stört's mich - Ostkreuz und Treptower Park werden ja nicht geschlossen. Trotzdem wünsch' ich allen natürlich viel Glück bei ihrer Fahrt, wird schon irgendwann mal ein Kurzzug vorbeischauen...

Gehört: 4Lyn | Dreadnought | Hasenscheisse | Samavayo | Itchy Poopzkid | Transsylvanians

Dieses Wochenende habe ich mal mehr als nur Wahllosigkeiten zu erzählen. Dieses Wochenende war nämlich Zeit für Musik auf dem Land, Rock in Caputh. Da ich eh schon am Donnerstagabend aus Hamburg gekommen bin, bot es sich an, an beiden Tagen hinzugehen. Und schließlich sollten ja auch am Freitag die Ohrbooten spielen, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte. Wer jetzt aber aufmerksam den Titel gelesen hat, wird ausgerechnet diese Band dort vermissen. Und diese Geschichte vom Freitag kann ich keinem vorenthalten...

18:10 Uhr: Ich verlasse das Haus, mache mich auf zum Ostbahnhof um dort wie üblich den RegionalExpress nach Potsdam zu nehmen. Ein inzwischen ganz normales Wochenendritual.

18:25 Uhr: Ich erreiche Gleis 7 am Ostbahnhof, dort steht entgegen der Gewohnheiten ein ICE, das Gleis ist nicht wie üblich für den vier Minuten später eintreffenden RE 1 geräumt. Von einer Bahnmitarbeiterin erfahre ich, dass hier erstmal "gar nichts mehr fährt". Der Berliner Hauptbahnhof sei gesperrt.

18:30 Uhr: Ich trete den Weg zurück zum Gleis 11 an, nehme dort die S5 Richtung Spandau. Über die Lautsprecher erklingt die Durchsage, dass dieser Zug nicht in Berlin Hauptbahnhof halten würde.

18:40 Uhr: Die S-Bahn erreicht den Bahnhof Hackescher Markt, der Zugführer gibt bekannt, dass der Zug in Friedrichstraße enden würde, da derzeit wegen eines Polizeieinsatzes kein Zugverkehr über den Hauptbahnhof möglich sei.

18:43 Uhr: Ich verschicke per SMS einen Tweet, was denn da los sei. Der wird jedoch erst mehr als zwölf Stunden später veröffentlicht. Sehr eigenartig. Hat da jemand mein Handy überwacht? Will da jemand etwas geheim halten?

18:50 Uhr: Die S-Bahn setzt sich wieder in Bewegung, der Hauptbahnhof könne nun doch passiert werden.

18:53 Uhr: Ich passiere Berlin Hauptbahnhof, die Gleise sind normal gefüllt, einzig das S-Bahn-Gleis ist menschleer. Nur ein Dutzend Polizisten und ein ausgelaufener Feuerlöscher ist dort zu sehen.

18:57 Uhr: Ich erreiche den Bahnhof Zoologischer Garten. Da ich in der S-Bahn Richtung Spandau sitze und der Regionalverkehr angeblich wieder rollt, versuche ich hier in den ursprünglich geplanten RE 1 zu wechseln. Vergeblich, dieser entfällt ersatzlos.

19:05 Uhr: Ich setze meine Fahrt Richtung Potsdam nun mit der S7 fort.

19:37 Uhr: Ich erreiche Potsdam Hauptbahnhof. Die ursprünglich geplanten Anschlüsse Richtung Caputh um 19:16 Uhr bzw. 19:32 Uhr sind verpasst.

19:41 Uhr: Ich treffe meine Festivalbegleitung. Wir beschließen, die Zeit bis zum nächsten Zug im Radeberger-Treff bei einem Bier zu verweilen.

20:07 Uhr: Kurz vor Abfahrt des Zuges frage ich, ob denn auch die Festivaltickets am Mann seien. Fehlanzeige.

20:12 Uhr: Wir treten unsere Fahrt mit der Straßenbahn Richtung Potsdam Rathaus an, um dort die Karten zu holen.

20:26 Uhr: Wir erreichen den Aufenthaltsort der Tickets, vertreiben uns die Zeit bis zur nächsten Straßenbahn erneut mit einem Bier.

20:47 Uhr: Nun geht es erneut mit der Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof.

20:55 Uhr: Wir erreichen Potsdam Hauptbahnhof, nehmen zur Stärkung noch einige Burger bei McDonald's.

21:10 Uhr: In fünf Minuten fährt der Bus nach Caputh. Ich sage, dass wir noch die Kosten für die Festivaltickets abrechnen müssten. Man stellt fest, dass diese uns nicht in der Straßenbahn begleitet hatten.

21:14 Uhr: Wir treten zum zweiten Mal den Rückweg Richtung Rathaus an. Das VBB-Fahrinfo verrät uns, dass der nächste Zug Richtung Caputh um 23:16 Uhr den Hauptbahnhof verlässt. Wir wären also pünktlich zum Ende des Veranstaltungstages da.

21:35 Uhr: Wir können einen privaten Shuttle-Service organisieren.

22:05 Uhr: Wir treffen auf dem Festival ein. Es spielt gerade 4Lyn.

So viel zur Vorgeschichte. Und um es mal vorwegzunehmen: an den beiden Tagen konnte ich mir bestimmt ein Dutzend mal anhören, wie geil doch die Ohrbooten gewesen seien. Schwamm drüber, darüber kann man eigentlich nur lachen.

Nun aber zu den Bands, die ich hören durfte: als erste waren da 4Lyn, die irgendwo zwischen Rock, Crossover und Nu Metal angesiedelt sind und meine Erwartungen eigentlich schon erfüllt haben. War ein guter Auftakt, der Lust auf mehr machte. Reichte im Resultat in meiner persönlichen Festival-Wertung für Platz drei.

Den Abschluss des Tages bildeten Dreadnought, eine junge Band aus Potsdam. Lies sich durchaus gut anhören, allerdings aus meiner Sicht handwerklich am schwächsten. Deswegen auch die knappe, aber letztendlich doch für mich persönlich nachvollziehbare Entscheidung, Dreadnought auf den sechsten und damit letzten Platz meines Rankings zu stellen.

Tag zwei begann mit einem Knaller: Hasenscheisse, bekannt durch den Bernd am Grill, spielte ganz groß auf. Eine unglaublich abwechslungsreiche Performance, die sich quer durch verschiedene Styles bewegte, wusste sehr gut zu unterhalten. Und eine Vielzahl von Geschichten zu erzählen. Heißt am Ende Platz zwei.

Die zweite Band des Tages sollte Samavayo sein. Da hatte ich mir schon ein bisschen mehr erwartet, bis auf "Wait" konnten mich die Songs nicht wirklich begeistern. Und über die Performance auf der Bühne hüllen wir mal lieber einen Mantel des Schweigens. Aus meiner Sicht definitiv eine Band, die man sich zwar auf Platte anhören kann - das Geld für einen Live-Auftritt ist allerdings wohl woanders besser angelegt. Reicht trotzdem noch zum vierten Platz, wenn auch mit gehörigem Abstand zu 4Lyn.

Mein persönliches Highlight folgte im Anschluss: Itchy Poopzkid - Erwartungen ganz klar übertroffen, gute Musik, sehr sympatischer Auftritt, runde Sache. Und deswegen folgerichtig Platz eins. Will ich wiedersehen!

Bleiben nur noch Platz fünf und die Transsylvanians übrig, die den Abschluss des Festivals bilden sollte. Vielleicht war ich bei meiner Wertung hier auch ein bisschen euphorisiert von denen, die davor kamen, dennoch war die Musik handwerklich mit einer Reihe von klassischen Instrumenten gut gemacht. Nur das Gesamtfeeling, das stimmt irgendwie nicht. Zudem war der ungarische Gesang doch sehr gewöhnungsbedüftig.

Alles in allem trotzdem zwei nette Abende bei überwiegend guter Musik. Die fünfzehn Euro waren definitiv gut angelegtes Geld, da freu ich mich schon auf das nächste Jahr. Trotzdem sollte an dieser Stelle natürlich nicht ein klein wenig Kritik fehlen, die das Erlebnis noch besser gemacht hätten.

Ein Problem ist natürlich immer die An- und Abreise. Abreise hat dank eines Sonderbusses um 0:30 Uhr an beiden Tagen hervoragend geklappt. Die Anreise, nun ja, die auf der offiziellen Webseite verkündeten Abfahrtszeiten aus Potsdam waren nicht korrekt, wann die angekündigten Sonderbusse gefahren sind, das bleibt wohl ein Rätsel - ich konnte jedenfalls keine Zeiten finden. Und so mussten wir am Samstag eine fast einstündige Anfahrt über Werder in Kauf nehmen - okay, sieht man wenigstens mal was von der landlichen Idylle rund um den Schwielowsee.

Zweiter und zugleich auch letzter Kritikpunkt war das Catering. Nur Kindl, das geht gar nicht. 2,50 Euro für 0,4 Liter sind schon in Ordnung, aber dann doch bitte anderes Bier. Und die Bratwurst für 2 Euro war zwar sehr schmackhaft, doch auch ziemlich klein. Am ersten Tag gab's noch ein klitzekleines Brötchen dazu, am Samstag wurde dann auf eine Scheibe Toast reduziert. Schade.

Trotzdem will ich's positiv enden lassen: war cool, war toll, hat Spaß gemacht - bis nächstes Jahr!

Wahllose Gedanken meets Hamburg, eine Perle feat. Premiumfernsehen

Ach ja, es ist mal wieder Zeit für wahllose Gedanken - einfach weil ich schlichtweg keine Zeit habe über irgendwas ausführlicher zu schreiben. Ich hab sie jetzt eigentlich auch nicht, aber mag grad auch einfach nichts Sinnvolles tun. Ausnahmsweise. Und deswegen nutz ich jetzt einfach mal meinen Twitter-Account als Notizzettel der letzten Tage, um nichts zu vergessen. Es folgt eine Abarbeitung der Geschehnisse (oh, heftiges Wort) seit Freitag.

Der fing schon super an: eine Mitfahrgelegenheit sollte mich mal wieder nach Berlin bringen, woraus aber nichts wurde. Fast am Hamburger Hauptbahnhof angekommen, schellte das Telefon. Unfall. Auto kaputt. Vom Lastwagen überrollt. Naja, fast - also angefahren. Schnell Freund und Helfer Bahn nach einem Ticket gefragt, gab es auch - für sagenhaft günstige 61,20 Euro. Waren schon die vergünstigten Konditionen. Und einen Sitzplatz auf dem Boden des ICE gab's gratis oben drauf. Oh, ich hätte fast die dreiunddreißig Minuten Verspätung vergessen zu erwähnen, die der Zug schon in Hamburg hatte. Über die weiteren Umstände, die so eine Fahrt mit sich bringt, hatte ich ja schon einmal berichtet.

Der restliche Tag wurde dann glücklicherweise besser, also deutlich besser. Ich hatte geladen zum Trällern unter Einfluss von Röstaromen. Tolles Wortspiel, ich klopf mir noch heute dafür auf die Schulter. Nach gemeinschaftlichem Frühjahrputz und ausgiebiger Shoppingtour gab's Fleisch und Wurscht, frisch von den glühenden Holzkohle gebräunt. Nachdem die Ins und Outs der Schürzen dieser Welt ausgemacht waren, ging's an die Beschaffung des gesangstechnisch notwendigen Equipments mit anschließendem, witterungsbedingten Fahrservice. Matze und Rudi gaben sich mit'm Bierchen in der Kralle an diesem Abend zum verdammten dritten Mal die Ehre: Friedrichshain in Extase, gut, dass die Ringbahn in den Schienen blieb. Wer jetzt noch mehr sehen und auch hören will, der suche selbst im Facebook danach - ich verlink' die Fotos und dieses unsägliche Video jedenfalls nicht.

Samstag begann mit einer sportlichen Tageshälfte: ich konnte mich kaum entscheiden, ob ich dem Qualifying in Barcelona oder dem Aufstieg der Unioner visuell oder der Niederlage meiner Nulldreier in Halle auditiv folgen sollte. Aufstieg adé, also nicht rechnerisch, aber endgültig. Es folgte die Bundesliga-Konferenz, an dieser Stelle vielen Dank nach Stuttgart. Eine Träne für das Exil konnte ich ja erst am Sonntag verdrücken. Danach schnell in die o2 World zu ALBA, ging gegen Oldenburg - das Ergebnis müsste ich jetzt googlen, die Hauptstadt hat jedenfalls gewonnen. Die Nacht schloss mit dem Morgen und der Vernichtung der bereits verstorbenen Fleischreste des Vortags.

Und hier kommt das Premiumfernsehen ins Spiel: Schwiegertochter gesucht! Die bewegende Geschichte von Hartmut und Nicole begleitete uns durch den Abend, einfach nur schön. Wer daran auch noch einmal zurückdenken möchte, hier die komplette Playlist auf YouTube.

Mein Sonntag gestaltete sich relativ entspannt, irgendwo zwischen der Sonne über den Dächern und nicht bearbeiteten, aber immerhin erstellten ToDo-Listen. Davon gab's Montag nach meiner Rückkehr nach Hamburg noch mehr, also von den Aufgaben und ihren Sammlungen. Arbeiten sich auch nicht wirklich ab, dafür geht das Arbeiten jetzt schon meist bis zwanzig Uhr. Nachfolgende Anrufe nicht ausgeschlossen. Und so seh ich grad gar nicht viel von der schönen Stadt und dem schönen Wetter, aber dafür sind's auch nur noch zwei Tage bis zum Wochenende. Puuuuuh.

Während ich das geschrieben hab, kam auch mein Abendessen an - musste heute mal sein. Und die Liga bleibt spannend, durfte ich gerade auf dem Handy bewundern. Ich mach jetzt doch noch ein bisschen was Produktives und dann geht's ab in die Nacht, heute mal zu verbringen zwischen Decke und Kissen.

Hamburg, eine Perle: Ankunft

Jaaaaa, ich blogge wieder. Ich versuch es zumindest, ist gerade nicht ganz einfach, das unter meinen nicht vorhandenen Hut zu bekommen. Aber abends nach der Arbeit hab ich ja dann doch vielleicht ein bisschen Zeit und Motivation. Ich gelobe zumindest Besserung!

Ich bin jedenfalls heute in Hamburg angekommen, vierter Praxiseinsatz, Zweiter beim Kunden. So ein Praxiseinsatz beginnt immer mit Stress, soll heißen: Bahn fahren. Meine Reise ging heute am Südkreuz los, wo ich feststellen durfte, dass die mit 68,50 Euro sagenhaft günstige Fahrt zweiter Klasse - wohlgemerkt trotz Großkundenkonditionen - schon mal verspätet losging. Und da ja auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg auch gerade noch gebaut wird, dauert der Spaß auch noch 2:24 Stunden. Also vorausgesetzt, der ICE wäre an Start und Ziel pünktlich gewesen.

Aber die Bahn wäre ja nicht die Bahn, hätte sie sich nicht etwas einfallen lassen um ihre Kunden halbwegs zufrieden zustellen. Also gab es bei den unzähligen planmäßigen Stops irgendwo zwischen Kühen und Schweinen und dem Rentner, der ungestört das Feld mit Eigenurin düngen wollte, als der ICE vor ihm hielt, kleine Geschenke für die wartenden Fahrgäste. Zuerst kam der Zugbegleiter mit einer Lektüre, nämlich einer Welt kompakt, durch den Zug, hab ich nicht gelesen. Dann gab's einen Muffin, hab ich gegessen, danach war mir schlecht. Zum Runterspülen noch ein Mineralwasser, liegt in meiner Tasche. Pralinen ebenso. Ist ja alles ganz nett, aber ein Fahrplannachlass würde wohl für mehr Zufriedenheit sorgen. Sei es drum, ich bezahl's ja nicht.

Als hätte ich mich nicht schon genug auf die Bahnfahrt gefreut, packte ich Thinkpad samt UMTS-Stick aus um wenigstens ein wenig produktiv die Geschäftsreise zu durchleben. War aber nichts damit, denn meine PIN ist irgendwo in den Gehirngängen durcheinander geraten - und den Brief mitsamt PIN hab ich natürlich erst neulich vorbildlich abgeheftet. Also schnell dreimal eine falsche Eingabe gemacht, Karte gesperrt - und die PUK liegt erst recht zu Hause. Gut, also den Rest der Arbeitswoche 5 Euro täglich für's Internet ausgeben. Wurde ein günstiger Tag.

In Hamburg mit weniger als zehn Minuten Verspätung eingetroffen, suchte ich ein Schließfach um meine Tasche den Arbeitstag lang zu verwahren. Und die gab es auch: Variante Günstig für 3 Euro, Variante Teuer für 5 Euro. Variante Günstig war zwar im Prinzip groß genug für meine Reisetasche, aber die Öffnung reichte bestenfalls für einen großen Kulturbeutel. Da ich nun nicht bestrebt war, meine Tasche in ihre Bestandteile zu zerlegen, wählte ich das teure Vergnügen, gab noch schnell Geld für die verdreckte Toilette aus und verließ den Bahnhof nicht ohne dabei nach 'nem Euro für ein Bier gefragt zu werden. Bis dahin war das also echt ein super Tag, aber so einer kann ja nur besser werden.

Wurde er dann auch, der Schienenersatzbusfahrer klärte mich über die Wirtschaftskrise auf, die Alster reflektierte das Sonnenlicht, die Arbeit war erreicht. Also schnell die Sicherheitssperren passiert, deren größtes Risiko ich schon heute meine ausgemacht zu haben, und auf ging's an den Arbeitsplatz. Und zehn Minuten später zum Mittagessen. Dieses Mal Variante Günstig in der angrenzenden Finanzbehörde, fand ich immer noch ganz schön teuer. Und Matjes ist nicht mein Fall, aber an der See muss man sowas ja auch mal probieren.

Arbeit war dann irgendwann geschafft, sofern man das heute schon so nennen konnte - und zurück ging's mit dem Schienenersatzbus zum Hauptbahnhof. Der Schnellbusfahrer wollte nämlich noch Geld von mir, weil er so schnell sei und ich nicht erster Klasse gefahren bin, ich lehnte ab. Nachdem ich mir den Weg durch den Bahnhof und in die richtige S-Bahn gebahnt hatte, wartete ein kleiner Fußmarsch über die Reeperbahn auf mich. Ich muss sagen, man kommt sich ganz schön blöd vor, im Anzug da rumzulaufen. Aber das tun ja einige wohl nach getaner Arbeit - ich suchte aber bloß den Weg zur Unterkunft. Diesen leiteten mir die pinkfarbenen Müllsäcke, die die Gehwege zieren.

Ich fand den Weg und habe einen wunderbaren Blick aus dem Fenster auf das Stadion am Millerntor, der Heimat des FC St. Pauli - würde da nicht so ein hässliches Gebäude vom magentafarbenen Riesen im Weg stehen. Schnell die Sachen aus der Tasche geworfen und noch einmal zurück zur Reeperbahn um eine kleine Stärkung einzunehmen. Sollte fix gehen, ich wählte den McDonald's gegenüber vom Schmidt Theater - und habe noch nie einen so lässigen Fast Food-Verkäufer erlebt. Ich zahlte nämlich mit Münzen - und anstatt nachzuzählen fragte der junge Mann einfach, wieviel es denn sei. Vertrauen ist eben gut, Kontrolle unnötig.

Eigentlich war ich aber auf der Suche nach einem Supermarkt, Google Maps hatte mir dazu den WOS-Markt empfohlen. Naja, war kein Supermarkt, wer als Erstes ohne zu googeln darauf kommt, was WOS heißt, dem bring ich vielleicht was von dort mit. Ich fand dann einen kleinen Kiezshop, konnte vier unbewertete Biere ergattern, von denen nun das Astra Alsterwasser als kleine Einstimmung neben mir steht. Für ein Alster verdammt gut, ich sag mal 6 aus 10 Punkten.

Trotz durchwachsenem Tag: Hamburg ist geil, Sankt Pauli als Stadtteil und als Verein noch viel mehr. Mittwoch geht's aber erstmal in die HSH Nordbank Arena, Pokalkracher gegen Werder.

Mein Wochenende XXL - und was die 75 damit zu tun hat

Es gab endlich mal wieder drei freie Tage in Folge - oder sagen wir besser drei vorlesungsfreie Tage. Wer denkt, ich hätte mein Schlafdefizit mal beheben können - Fehlanzeige. Immerhin waren's ganze siebzehn der letzten einundachtzig Stunden. Eigentlich gar nicht so schlecht. Dafür war es sehr produktiv, ist ja auch was.


Donnerstag: vierzehn Stunden an Projekten gearbeitet. Unglaublicherweise ist der Konstruktionsentwurf für das Netzwerke-Modul fertig geworden, acht Tage vor Abgabe. Danach ging's gleich weiter mit einem fünfseitigen Skript für die Methodenkompetenzen-Präsentation, die am Samstag folgen sollte. Auch fertig geworden - sehen wir mal von den starken Konzentrationsschwächen ab, die mich nach Mitternacht ereilten und verdammt viele Fehler machen ließen.

Sport früh am Morgen war an diesem Freitag ein Fehler, ich war einfach nur unglaublich müde. Wirkte sich dann auf den nachfolgenden zweiten Teil der Methodenkompetenzen-Vorbereitung aus. Selten eine langweiligere Präsentation erstellt. Danach noch schnell das letzte Viertelfinale des großen Hefeweizen-Tests 2009 absolviert, womit nun das Halbfinale komplett ist. Qualifiziert haben sich Paulaner Hefe-Weißbier naturtrüb, Schneider Weiße Weizen Hell, Weihenstephaner Hefe-Weißbier und - etwas überraschend - Löwenbräu LöwenWeiße. Nebenbei gab's an dem Abend mein 275. Bier-Rating, ein Harnas Jasne Pelne aus Polen. Schmeckte auch ein bisschen wie Harn, vier aus zehn RateBeer-Punkten.

Samstag ging's nun in die dritte und letzte Runde rund um die Methodenkompetenzen, die Präsentation zum eigentlich ganz spannenden Thema "Auswirkungen der extrinsischen und intrinsischen Motivation auf das Lernverhalten." Die Wecker waren für 9:40 Uhr präpariert und ich hab nur sagenhafte 75 Minuten gebraucht um sie zu hören. Nun, ich hätte wohl eine Rolle roten Faden mitbringen sollen - und ein paar Interna zur Problematik von meinem Arbeitgeber wären wohl auch wünschenswert gewesen. Am Ende 75% Zielerfüllung, sei's drum, langt.

Danach Nulldrei, hatte ich ja schon berichtet. Nachdem ich mich genug über die Bahn geärgert hatte, schnell Bundesliga in der Zusammenfassung geschaut. Hertha verliert, endlich. Bayern wieder mit Ribéry, heißt, sie spielen auch wieder entsprechend. Und Sosa trifft. Sosa! Egal, für mich ist die Meisterschaft seit gestern entschieden. Da fällt mir ein, dass Grafite "Grafitsch" ausgesprochen wird, ist natürlich Quatsch. Klingt ja auch scheiße.

Dann ging's zur Gutschein-Party in den Art Speicher. Keine Ahnung, was der mit Kunst zu tun haben sollen, die Musik ist davon jedenfalls weit entfernt. Jimi Blue war auch wieder mit von der Partie - schockierend. Überhaupt, der Speicher, immer wieder unglaublich verprollt da, geht gar nicht. Muss man sich halt damit abfinden und selbst ein bisschen was gegen sein Image tun. Hat schon mal jemand einen Batida Energy getrunken? Ich bis gestern auch nicht - und der Barkeeper wollte sich erst weigern uns das zu mixen. War aber gar nicht so schlimm, schmeckt jedenfalls besser als Energy Drinks pur. Insgesamt hab ich für virtuelle 62,50 Euro getrunken und bin fast nüchtern nach Hause gegangen. Nein, gefahren, und ich hätte mich schon wieder über die Bahn aufregen können. Hatte ich aber um halb Acht keinen Bock mehr drauf.

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