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Wahllose Gedanken - Part VI

Nach den herbstlichen gibt's nun heute auch noch die wahllosen Gedanken. Der Kollege Kreativität scheint aufgrund der Wetterlage sein Comeback zu geben. Sehr gut!

Eigentlich wär es mal wieder Zeit für einen Beitrag aus der Kategorie Gehört - aber so viel hab ich nicht zu den Ohrbooten zu schreiben. Sie sind halt einfach die Ohrbooten. In meinem Eintrag vom Mai hatte ich ja davon berichtet, dass ich aufgrund diverser Umstände ein Konzert verpasst habe. Also war es nun an der Zeit das nachzuholen. Für lau hatten die Berliner Wasserbetriebe zum Wasserfest an die Spree gebeten und für die frühen Abendstunden jene Kapelle engagiert. Schön. Zumal ja in der letzten Woche das neue Album erschienen ist, das an dieser Stelle jedem Freund des Gyp Hops ans Herz gelegt sei. Was soll ich noch sagen? Es war eine schöne Mischung aus neu und alt, aus Mitsingen und Nachdenken. Danke!

Der heutige Sonntag hielt für mich einen Besuch auf der IFA bereit. Ich war schon seit einigen Jahren nicht mehr dort und das war auch nicht weiter wild, wie ich heute feststellen durfte. Im Sommergarten hielt Inka Bause, bekannt aus Bauer sucht Frau, die paar Verrückten zwischen einer Reihe von Coverbands und DSDS-Verlierern bei Laune. Drin schrieb Jan Hofer Autogramme und Stefan Marquard kochte doch sehr gelangweilt vor sich hin. Überhaupt gab es nicht viel zu sehen, außer High Definition, Full HD, Ultra HD - nennt es, wie ihr wollt. Und Kaffee, Kaffee en masse. Sämtliche mir bekannten Hersteller von Vollautomaten waren versammelt um dem Publikum ihre Getränke zu servieren. Kam mir natürlich gelegen um meinen Koffeinspiegel auf normalem Niveau zu belassen. Was ich nicht wusste, das war, dass Melitta auch solche Vollautomaten herstellt. Sollten sie auch besser lassen, zumindest war der Milchschaum gar nichts für meinen Geschmack. Jura da natürlich ganz anders, ein Traum, dieser Espresso. Wenn ich eines Tages einige ganz große Scheine auf der hohen Kanta hab, dann wird mein DeLonghi-Modell davon abgelöst. Irgendwann - träumen und so.

Und dann spielte heute noch Nulldrei. Ich hatte am Donnerstag von den Zuständen rund um das Flutlichtspiel gegen die Tennis Borussen berichtet. Heute also die angekündigte Wiedergutmachung. Endergebnis Nulldrei. Zweimal Frahn und einmal der wohl äußerst gut aufgelegte Ümit Ergirdi die Torschützen. In Zipsendorf gegen Meuselwitz. Der Aufsteiger stand immerhin vor dem Spiel vor uns in der Tabelle. Jetzt am Samstag zu Hause gegen Magdeburg nachlegen und alles wird gut. Hoffen und so.

So, bevor ich jetzt den Post beende, kündige ich mal für die nächsten Tage wieder mehr politischen Content an. Die Bundestagswahl rückt schließlich näher. Muss sein! Ich bewerte jetzt noch ein neues Bier, Baltika 3 aus Sankt Petersburg, ein Lager, bin gespannt. Und nachher geht's noch in den Park eine Runde laufen. Muss ich hier schreiben wegen der Motivation - Überwindung und so.

Ein Abend zum Vergessen

Nach Niederlagen vermeide ich es meist, hier im Blog Worte zu finden. Aber das muss nach diesem Spiel gegen Tennis Borussia einfach sein. Es rumort beim beschaulichen Kiezverein ganz gewaltig, sowohl sportlich als auch neben dem Platz. Und man muss sich zu diesem Zeitpunkt wohl die Frage stellen, wo das Ganze hinführen soll.

Zunächst zum Sportlichen: Babacar N'Diaye erzielte am 6.6. den Siegtreffer zum 1:0 gegen Sachsen Leipzig. Seitdem sind fast drei Monate vergangen, die Spiele gegen Energie Cottbus (0:0), Bayer Leverkusen (0:1), Hertha BSC II (0:0) VfL Wolfsburg II (0:0) und Tennis Borussia (0:1) vor heimischem Publikum sind gelaufen und es fiel kein Tor für die Blau-Weißen. Kein Einziges! Kein einziges Heimtor seit drei Monaten. Bei sieben Stürmern im Kader.

Konnte man das gegen Cottbus und Leverkusen noch leicht verschmerzen, bleiben jetzt wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg liegen. Überhaupt der Aufstieg, lohnt es sich denn noch darüber zu reden? Und an was ist die Misere überhaupt festzumachen, schließlich ist nicht nur Abschlussschwäche zu attestieren, es werden schlichtweg auch fast keine Chancen herausgespielt. Die drei Auswärtstreffer in dieser Saison resultierten alle aus Standardsituationen.

Glaubt man dem, was so in den Foren zu lesen ist, ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer nicht in der Form intakt, wie es das sein sollte. Näher möchte ich darauf gar nicht eingehen. Ich schätze Dietmar Demuth, aber wenn man nicht in Zipsendorf gegen Aufsteiger Meuselwitz gewinnt, dann treten auch für ihn die Mechanismen des Geschäfts in Kraft, heißt, es wird eng. Von Außen ist das alles unerklärlich, wie man mit der Mannschaft, die man nahezu in Gänze zusammengehalten und punktuell verstärkt hat, nun diesen Saisonstart abliefern konnte.

Doch das war leider nicht das Schlimmste an diesem Mittwochabend. Wie ich im Lila Kanal nachlesen durfte, sind bei den Einlasskontrollen im Gästeblock derart befremdliche Dinge vorgefallen, die nicht nur das Image von Nulldrei nachhaltig schädigen werden, sondern auch für einen "weltoffenen Verein" (Zitat Eintrittskarte) wie Nulldrei nahezu abscheulich sind. Man sollte an dieser Stelle erwähnen, dass das Verhaltnis zu den Lila Weißen nun nicht gerade das schlechteste ist, was selbst die Staatsmacht dazu bewog den Kiez nicht mit Ordnungshütern zu pflastern.

Aber was tun "unsere" Ordner? Da werden Menschen, und damit meine ich sogar Rentner und Behinderte, dazu genötigt ihre Schuhe auszuziehen, Gürtel und Taschen ohne jeglichen Pfandschein abzugeben, ja, in Babelsberg sind sogar Hygieneartikel für Damen im Gästebereich untersagt. Das Ganze noch garniert mit einer Reihe von verbalen Bedrohungen und Beleidigungen. Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass der Ordnungsdienst in Babelsberg negativ auffällt - und ich muss sagen, Konsequenzen sind endlich fällig.

Es wird Zeit zum Handeln, in den letzten Monaten ist viel Befremdliches im Verein passiert, an dieser Stelle sei beispielsweise an den eigenwilligen Umgang mit den Geldern aus dem Konjunkturpaket erinnert, mit denen ganz ursprünglich ja mal auch die Trainingsbedingungen verbessert werden sollten. Jetzt stehen auf der Agenda Dinge wie ein neuer Zaun um das Stadion, eine Videoüberwachungsanlage und eine Rasenheizung. Ob das dem Verein sportlich auch nur irgendeinen Mehrwert bringt, ist mehr als anzuzweifeln. Im Gegenteil, solche Anlagen wollen ja auch unterhalten werden und die dafür nötigen Mittel werden dann wohl im Personalbudget fehlen.

Quo vadis, Babelsberg 03?

Helles Flutlicht, leuchtende Bengalos...

...uns're Mannschaft spielt sich heut' (also morgen) zum Sieg. Ihr zur Seite die feiernde Kurve, die im Karli immer alles gibt! So oder so ähnlich könnte es morgen durch das Karl-Liebknecht-Stadion schallen - es ist wieder Flutlichtzeit und als Gegner gastiert der Aufsteiger Tennis Borussia Berlin am Fuße des Babelsberges.

Unvergessen ist für mich das Duell mit den Lila-Weißen in Herbst 2004, damals ebenfalls unter Flutlicht, als man nach 0:2 und 1:3 noch Unentschieden spielte und Henne Lau in der Nachspielzeit aus halblinker Position einfach mal abzog um eben jenen, frenetisch gefeierten, Ausgleich zu erzielen. Die Spiele gegen den definitiv sympathischsten Verein Charlottenburgs waren meist nett anzuschauen, wenngleich die beiden Clubs in den letzten Jahren jeweils eine Liga trennte. In dieser Saison allerdings steht der Aufsteiger nach vier Spieltagen mit einer Ausbeute von sieben Punkte zumindest bis morgen Abend sogar vor den Nulldreiern.

Die nämlich erzielten bisher erst eine magere Punkteausbeute von fünf aus 12, trafen erst dreimal ins gegnerische Tor bei ebenso vielen Einschlagen in Marian Ungers Netz. Nach dem Sieg am Samstag in Oberneuland (2:1) ist nun aber die Gelegenheit günstig, mit Dreiern gegen TeBe und in Meuselwitz eine kleine Serie zu starten, ehe dann der erneut als Favorit gestartete, aber erneut hinter den Guten platzierte 1. FC Magdeburg in Babelsberg gastiert.

Zuvor gilt es morgen erst einmal endlich das erste Tor aus dem Spiel heraus in der noch frischen Saison zu erzielen, bisher trafen lediglich Almedin Civa zweimal, jeweils per Kopf nach Eckball von Anton Müller, und Daniel Frahn einmal, per Elfmeter. Vielleicht wäre es also eine Überlegung wert morgen im Sturm zu wechseln und für Frahn, der sich in dieser Saison vor allem durch das Auslassen von Chancen auszeichnet, dem ehemaligen Tennis-Borussen Nicolas Hebisch eine Chance von Anfang an zu gewähren. Ein Wiedersehen mit ihrem alten Verein gibt es auch für Julian Prochnow und Ümit Ergirdi auf Seiten der Nulldreier sowie Gökhan Ahmetcik und Kapitän Martin Neubert bei den Lila-Weißen.

Ich freu' mich jedenfalls irgendwie auf morgen, auch wenn die bisherigen Heimauftritte der Blau-Weißen (0:0 gegen Hertha II und Wolfsburg II) alles andere als erfolgreich waren. Los geht's um 19 Uhr unter den weltweit vermutlich einmaligen abknickbaren Flutlichtmasten am Babelsberger Park.

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